Der Erfahrbare Atem

Psychophysische Atemtherapie nach Ilse Middendorf

Psychophysische Atemtherapie versteht sich als bewusstes Wahrnehmen von Atembewegungen, Tonus und vegetativen Reaktionen. Sie fördert das Erleben und Verstehen des inneren Zusammenhanges von seelischen und leiblichen Prozessen und der im Körper gespeicherten Erfahrungen. Die Methode besteht in der Sammlung auf das Atemgeschehen und in den achtsamen Berührungen. Der Atem als Leitseil ist die wirkende Kraft. Wachsendes Empfindungsbewusstsein bewirkt Veränderung, Wohlbefinden und Kraftentfaltung.

Der gesundheitliche Zustand der Gesamtbevölkerung, wie auch das anscheinend Unflätige der zuständigen Versuche, Krankheit zu beseitigen, gibt Anlass, von verschiedenen Seiten darüber nachzudenken, was Krankheit für den Menschen bedeutet.

Es gilt, das Dunkel aufzuhellen, das heute noch über dem Begriff Gesundheit, Krankheit und Heilung liegt. Es ist notwendig, den Begriff „Therapie“ als individuellen Entwicklungsprozess zu verstehen.

Anwendungsbereiche

  • Erkrankungen und Funktionsstörungen der Atemwege (z.B. Asthma, Emphysem, Bronchitiden)
  • Stimmbildung (Heiserkeit, Stimmlosigkeit, Kehlkopfentzündung)
  • Haltungsschäden und Gelenkprobleme mit schmerzhaften muskulären Verspannungen (z. b. Bandscheibenschäden, Arthrose)
  • Fehlhaltungen, die seelisch bedingt, sich mit Über- oder Unterspannung in der Körperhaltung manifestieren und Schmerzen bereiten
  • Psychovegetative Störungen (Angstzustände mit Schweißausbrüchen, Herzrasen, Tinnitus, Schwindel, Panik mit Atemnot)
  • Nervöse Reiz- und Erschöpfungszustände bei Frauen in den Wechseljahren und gestressten Männern in der Lebensmitte (z.B. Unruhe, Schlafstörungen, nervöses Atemsyndrom)
  • Lebenskrisen, Trauma und Sterben
  • Psychosomatische Störungen der inneren Organe (z.B. Magen-Darm-Kanal, Herz-Kreislauf-System und Atemwege)

Ziele der Atemtherapie

  • sich dem eigenen Leib in Hingabe und Achtsamkeit zuzuwenden und Wohlbehagen zu verspüren,
  • sich über längere Phasen zu entspannen und gleichzeitig präsent zu sein,
  • sein Körperschema und Körperraumbild zu erweitern,
  • seine Lebenshaltung langfristig zu verändern (Erwartungen, Ansprüche, Ziele),
  • Vitalität, Stärken, Fähigkeiten und Ich-Kraft zu entdecken,
  • Selbständigkeit, Kreativität und Lebenslust zu entwickeln